Nominiert in der Kategorie Sicherheit im Verkehr

Der „DEKRA Award“ prämiert herausragende Konzepte, Initiativen und Prozesse in den Bereichen:
Sicherheit bei der Arbeit, Sicherheit im Verkehr und Sicherheit zu Hause.

Nominiert in der Kategorie Sicherheit im VerkehrIn diesem Jahr beteiligte sich die VEDA zum ersten Mal an diesem hochkarätig besetzten Wettbewerb und wurde mit dem Projekt „PREMIUM Parken an Autohöfen“ in der Kategorie „Sicherheit im Verkehr 2017“ nominiert.

Wir danken der DEKRA und der Jury für das Interesse und die Aufmerksamkeit für dieses für unsere Branche wegführend Konzept.

Foto: Dekra | Text: VEDA e.V.

Die Autohöfe werden immer beliebter

Vor allem Familien und Kraftfahrer schätzen die günstigen Preise, das gute Essen, die persönliche Betreuung und den höheren Erholungswert.

Die Autohöfe sind nachhaltig angelegt, Vorreiter bei gesundem Essen, Schnell-Ladestationen für Elektroautos und Wasserstofftankstellen sowie Sicherheitsparkplätzen.
Machen Sie sich selbst ein Bild und fahren Sie zu einem VEDA-Autohof ab.

Videobeitrag zur Lkw-Parkplatznot an der A6

18 Uhr an einem Donnerstag im Juli 2017. Die A6 zwischen Heilbronn und Nürnberg – Stoßstange an Stoßstange. Feierabendverkehr, Sommerurlaubsverkehr und dazu unzählige Lkws, obwohl die Betriebe weniger produzieren und entsprechend auch die Lkw-Fahrer Ferien machen.

Eine neue Qualität – eine lebensgefährliche Realität! Nicht alle Lkws finden einen Platz für die erforderlichen Ruhepausen und sind gezwungen direkt auf der Autobahn zu parken – vor kurzem noch undenkbar, heute Alltag. Die Polizei ist machtlos, denn die Lkw-Fahrer müssen schlafen und dürfen nicht weitergeschickt werden.

Videobeitrag zur Verkehrssituation:

Text/ Video: VEDA e.V.

Über 31.000 Lkw Parkplätze fehlen entlang den Deutschen Autobahnen

VEDA-Analyse bringt jetzt Klarheit – Strategiewechsel ist notwendig!
Die Hilferufe kommen mittlerweile im wöchentlichen Rhythmus über alle Medien aus allen Ballungszentren Deutschlands: „Wir sind völlig überparkt, die Lkws stehen überall, warum gibt es nicht viel mehr Parkplätze?“. Seit Jahren sind die Autobahn-Raststätten vollgepfercht und die Lkw stehen bis auf die Autobahn hinaus, nun aber vermehrt unerlaubt in autobahnnahen Wohn- und Gewerbegebieten, an Wald- und Wiesenrändern und als neue Negativqualität mittlerweile sogar auf den Standstreifen der Autobahn.
Über 31.000 Lkw Parkplätze fehlen entlang den Deutschen
<p>AutobahnenDie bemitleidenswerten Lkw-Fahrer suchen stundenlang ergebnislos einen vernünftigen Parkplatz, die Anlieger sind entsetzt angesichts der ungewollten nächtlichen Nachbarschaft und den daraus resultierenden Hinterlassenschaften und die korrelierenden tragischen Unfälle mit Todesfolge sind innerhalb weniger Jahre um das Dreißigfache gestiegen. Von Bund- und Ländern werden seit Jahren mit erheblichen Anstrengungen Lkw-Parkplätze errichtet, aber nur auf der Autobahn. Das reicht aber nicht, das Defizit steigt trotzdem jedes Jahr und auch zukünftig beständig an. Die Potentiale neben der Autobahn bleiben aber bis jetzt völlig unbeachtet. Auch den Auftragsverwaltungen und der Politik ist aber nun eindeutig bewusst geworden, dass es zwingend zum Strategiewechsel kommen muss.

Außerdem spart dies einen Milliardenbetrag, denn neben der Autobahn kostet die Errichtung eines jeden Lkw-Parkplatzes mindestens 50.000 Euro weniger. Aber nun kommt noch ein weiterer Problemkreis hinzu, die ausufernden Ladungsüberfälle auf parkende Lkws durch organisierte Kriminalität, insbesondere bei den ungeschützt abgestellten Lkws.

Zwangslage verschärft sich durch Ladungsübergriffe und hohe Herstellkosten

Bund und Länder bauen mit ganz erheblichen Anstrengungen durchschnittlich jährlich bis zu 1.500 neue Lkw Parkplätze auf der Autobahn, Tendenz aber stark fallend, weil die großen und genehmigungsrechtlich einfacheren Potentiale überwiegend ausgeschöpft sind. Meist lassen sich nur noch mit mehrjährigem Aufwand durchschnittlich relativ kleine Lkw-Parkplatzkontingente realisieren. Dadurch haben sich auch die Herstellpreise auf über 80.000 Euro erhöht, die die Länder für jeden einzelnen neugebauten Lkw-Parkplatz bezahlen müssen. Laut den Verkehrsprognosen des Bundes wächst das Transportaufkommen von Lkws noch ein gutes Jahrzehnt überproportional weiter. Umgerechnet benötigen mehr als 2.500 zusätzliche Lkw-Fahrer Jahr für Jahr auch zukünftig einen Schlafparkplatz. Um den bestehenden Missstand von mindestens 31.000 Stellplätzen abzubauen, benötigt man auf der Autobahn bei einer jährlichen Neubauquote wie bisher – die zukünftige Nachfrage also noch gar nicht berücksichtigt – alleine 20 Jahre.

Deutschland ist Europas Transitland Nummer 1 – Alpen und Nordsee lassen keine Umfahrung zu
Fast jeder, der ein internationales Geschäft machen möchte, muss eine Deutsche Autobahn benutzen. Im Norden durch die Nord- und Ostsee und im Süden durch die Alpen begrenzt, muss jeder, egal aus welcher Himmelsrichtung Europas er kommt, ein großes Stück Deutsche Autobahn benutzen. Seit der Wiedervereinigung 1990 und dem dadurch möglichen Handelsaustausch in die Ostländer stieg deshalb der Lkw-Verkehr in Deutschland sprunghaft an, und das Ende der Zuwächse ist noch nicht in Sicht. Selbst Megaanstrengungen von Bund- und Ländern schafften es nicht, die notwendigen Parkplatzinfrastrukturen auf der Autobahn zu errichten. Es fehlt nicht an Restaurants und Tankstellen auf und entlang der Autobahn, die stehen teilweise gähnend leer, es fehlt ausschließlich an Parkraum, gerade für diejenigen, die in Deutschland keinerlei Umsätze auslösen, sondern nur schnell passieren wollen, aber irgendwo schlafen müssen, bzw. die gesetzlich vorgeschriebenen Fahrpausen einhalten wollen. Frühere Analysen der Autohofketten haben ergeben, dass über 50% der Lkw-Autobahnbenutzer auf den Rastanlagen keinerlei Konsum auslösen, also weder tanken, noch essen und trinken, oder im Shop etwas kaufen. Diese größte Gruppe parkt zudem sehr frühzeitig die kostenlosen Parkplätze zu.

Vagabundierende Lkw-Fahrer ohne jede Versorgung
Die Not ist so groß, dass seit gut zwei Jahren sogar einfach auf den Standstreifen der Autobahn (u.a. Ballungszentren München, Nürnberg, Heilbronn, Frankfurt, Hannover, Ruhrgebiet und Hamburg) der Lkw abgestellt wird. Dort „vagabundieren“ die Fahrer, von höllischem Lärm umgeben, abgeschnitten von Toiletten, Waschmöglichkeiten und Kommunikation.

Direkt an den Autobahnausfahrten befinden sich die mittelständischen Autohöfe, die sich mit einem Schwerpunkt auf die Lkw-Kundschaft spezialisiert haben. Dort übernachten wochentags über 30.000 Lkws. Somit stellen die Autohöfe heute gut die Hälfte der unproblematischen Lkw-Parkflächen in Deutschland zur Verfügung. In diesen autobahnnahen Gewerbegebieten liegt aber noch ein kurz- und mittelfristiges Lkw-Parkplatz-Neubaupotential in fünfstelliger Höhe. Auch kostet dort der Parkplatzbau nicht einmal die Hälfte im Vergleich zum Bau „auf“ der Autobahn. Werden diese Flächen mit einbezogen, spart sich der Steuerzahler über 50.000 Euro pro Lkw-Parkplatz, insgesamt einen Milliardenbetrag.

Die Autohöfe müssen wohl deshalb zukünftig von der Verkehrspolitik noch weit intensiver eingebunden werden, sonst wird die Parkplatztragödie auch innerhalb der nächsten Jahrzehnte nicht aufgearbeitet. Erste Bundesländer waren schon erfolgreich. In Kooperation konnten hier einige tausend neue Lkw-Parkplätze geschaffen werden.

Auch haben die Autohöfe initiativ angefangen, sich der explodierenden Ladungskriminalität mit mittlerweile jährlichen Schäden in Milliardenhöhe entgegenzustemmen. Bereits 20 Anlagen quer durch Deutschland bieten mit dem „Premium-Parken“ Konzept schon erste „Sicherheitsinseln“ an.

E-Mobilität bei Autohöfen mit dreifacher Effizienz wichtig für die E-Auto-Akzeptanz
Da die Autohöfe über die Autobahnausfahrt von beiden Autobahnrichtungen und von der anliegenden Region angefahren werden können, sind die Schnellladesäulen hier dreifach ausgelastet. Dadurch entstehen Sonderformen im Alleinstellungsmerkmal, wie die Supercharger von TESLA. Der Bundesbürger wird sich dann in größerer Anzahl für das E-Auto entscheiden, wenn eine Nachladung auch außerhalb der Stadt, also bei weiteren Fahrten, absolut gesichert ist. Da dies im Besonderen in den Autohöfen geschieht, sind sie für die Entwicklung des E-Auto Marktes von wesentlicher Bedeutung.

Statistik
Unfälle mit Todesfolge aufgrund von Autobahnbenutzern, die auf wildgeparkte Lkws auffahren, die auf überfüllten Raststätten abgestellt waren:
Vor 2016 gab es in drei Jahren durchschnittlich einen toten Fahrer.
In 2016 waren es bereits vier Tote.
Im ersten Halbjahr 2017 sind es nun schon sechs Tote.

Lkw-Parkplatzdefizit
Die Vereinigung Deutscher Autohöfe e.V. , kurz VEDA, analysiert bereits seit 1990 die Parkplatzsituation rund um die Deutschen Autobahnen. Die Prognosen lagen bis jetzt immer richtig, mit sehr geringer Abweichung. Das nun ausgewertete Zahlenmaterial setzt sich zusammen aus einer permanenten Fortschreibung der bestehenden und hinzukommenden Lkw Parkstände, aus den aktuellen Fehlbestandsmeldungen der Fachbehörden der Länder und aus nächtlichen Stichpunktzählungen auf ausgewählten Streckenzügen außerhalb der offiziellen Parkplatzanlagen. In der Zahl von 31.000 Lkw Parkplätzen sind die 7.000 Lkws beinhaltet, die extrem verkehrsgefährdend auf dem Standstreifen der Autobahn, im Ein- und Ausfahrtsbereich und im Pkw-Tank- und Parkbereich der bewirtschafteten und unbewirtschafteten Autobahn-Raststätten. Eine Probe kann man machen über das früher bereits festgestellte Defizit, fortgeschrieben mit dem durchschnittlich jährlich hinzukommenden Minus, der Differenz aus dem tatsächlichen Neubau und dem notwendigen Neubau aufgrund der Bundes-Prognosen im Straßengütertransportzuwachs.

Quelle: VEDA e.V.
Foto: dpa

Autohof wächst und wird sicherer

Mit den Ladungsdiebstählen am Euro-Rastpark in Lippetal soll es bald ein Ende haben. Der Betreiber kündigte auf Anfrage an, dass im Herbst mit dem Umbau zu einem sogenannten Premium-Parkplatz mit erhöhter Sicherheit und mehr Komfort begonnen werden soll.

Autohof wächst und wird sicherer Der Euro-Rastpark Lippetal an der Landessstraße 822 wird von 120 auf 150 Stellplätze für Lastwagen erweitert und eingezäunt. Zudem wird es künftig eine 24-Stunden-Video-Überwachung und eine Einfahrtkontrolle geben.

Komplett-Umzäunung, Video-Überwachung und eine Schranke an der Einfahrt sowie W-Lan auf dem Parkplatz: Das alles gehört künftig am Strängenbach zum Standard. Außerdem soll die Kapazität von derzeit 120 auf 150 Stellplätze für Lastwagen gesteigert werden. Ladungsdiebstähle am laufenden Band gab es in den vergangenen Jahren auch dort. Der Rastplatz an der Autobahn 2 wurde immer wieder zum Schauplatz von Lastwagen-Aufbrüchen. Fernseher, Computer, Schuhe und Sportartikel wurden entwendet. Nur wenige Diebe erwischte die Polizei auf frischer Tat.

Deutschlandweit kommt es laut der Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA) jährlich zu Milliardenschäden für Spediteure und Versicherungen durch Ladungsdiebstahl. Meist in den Nachtstunden werden Lastwagen leergeräumt. Jeder sechste Lastwagenfahrer wurde demnach schon Opfer von Ladungsdiebstahl, Tendenz stark steigend. Dazu kommen noch die zunehmenden Dieseldiebstähle aus den Tanks der Sattelzüge. Mit einem neuen offenen System engagiert sich die Vereinigung Deutscher Autohöfe gemeinsam mit Sicherheitsexperten der Industrie für mehr Sicherheit, systematische Überwachung und Kontrolle der Parkanlagen sowie mehr Komfort für die Fahrer. Zufahrtskontrollen und Videoüberwachung sowie Abschottung nach außen durch Umzäunung stehen dabei im Fokus der neuen Premium-Parkplätze an der Autobahn.

Alexander Ruscheinsky, Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Autohöfe, erklärt: „Die VEDA-Zertifizierung setzt in erster Linie auf Sicherheit durch Abschreckung und Aufklärung. Eine umfassende Videoüberwachung, die die Verfolgung eines Tathergangs erlaubt, Dokumentation der Zu- und Abfahrtszeiten und viele andere Merkmale zeichnen einen Premium-Parkplatz nach VEDA-Zertifikat aus. Es kann keiner den Parkplatz von außen betreten, ohne auf dem Video zu sein.“

Durchschnittlich eine Million Euro pro Arbeitstag bezahlen deutsche Versicherer laut VEDA allein für verschwundene Fracht. Hinzu kommen Sachschäden sowie nicht zuletzt die Gefährdung und Verunsicherung vieler Berufskraftfahrer. Dieser teils organisierten Kriminalität setzen Mitglieder der Vereinigung Deutscher Autohöfe wie die Euro-Rastpark-Gruppe (18 Standorte) jetzt die neue Sicherheitsstrategie entgegen: sogenannte Premium-Parkplätze mit jeder Menge Überwachungstechnik. „Seit dem Start dieser Initiative hat sich die Zahl der Übergriffe massiv verringert“, berichtet Johannes Witt, Geschäftsführer von Euro-Rastpark in Regensburg in einer ersten Zwischenbilanz. „Während zum Beispiel an unserem Autohof Theeßen an der Osteuropa-Route A 2 früher bis zu neun Delikte pro Woche von der Polizei erfasst wurden, geht seit der Umrüstung des Parkplatzes im April 2016 die Zahl der Delikte gegen null.“ Ähnliche Trends zeigten sich an weiteren Rastparks.

Im Herbst sollen die Bauarbeiten in Lippetal beginnen. Rasthof-Betreiber Christian Löseke vom Strängenbach ist begeistert: „Ich hoffe, ab April 2018 wird unser Autohof dann sicher sein.“ Für die Lastwagen werden dann 14 statt bisher zehn Euro für die Übernachtung fällig. Zehn Euro für einen obligatorischen Verzehr-Gutschein im Rasthof wie bisher auch, vier Euro werden als Gebühr für den sicheren und komfortablen Premium-Parkplatz erhoben. An sieben Standorten haben die Regensburger Autohof-Betreiber der Firma Euro-Rastpark bereits in ihr sicheres Konzept investiert: Achern (A 5), Guxhagen (A 7), Himmelkron (A 9), Schweitenkirchen (A 9), Theeßen (A 2), Waldlaubersheim (A 61) und Werneck (A 70).

Quelle/Foto: die-glocke.de / gl

Milliardenschäden durch Überfälle

Wenn es Nacht wird und die Lkw-Fahrer schlafen, kommen die Lkw-Planenschlitzer und suchen nach geeigneter Beute. Die Schäden durch die Überfälle gehen bereits in die Milliarden.


Erfahren Sie mehr dazu im Videobeitrag des RTL-Nachtjournals:

RTL-Nachtjournal berichtet
Videobeitrag ansehen >> (Link zu RTLnext)

Foto: Screenshot vom RTL Nachtjournal

Mehr Sicherheit auf deutschen Parkplätzen

Mehr Sicherheit auf deutschen ParkplätzenEs ist ein unterschätztes Problem: Ladungsdiebstahl wird in der Öffentlichkeit, aber vor allem auch von den Behörden nicht sonderlich ernst genommen. Dabei liegt der volkswirtschaftliche Schaden in Deutschland laut Schätzungen im Milliarden-Euro-Bereich. Allein der direkte Schaden bei den von Raub und Diebstahl betroffenen Transportunternehmern soll bei rund 300 Mio. EUR liegen. Hinzu kommen noch Kosten durch Verzögerungen und Produktionsausfälle beim Kunden, für Ersatzbeschaffung oder den kaum abzuschätzenden Schaden durch einen Imageverlust. Gerade Letzterer ist einer der Gründe, dass viele Betroffene einen Diebstahl nicht öffentlich kommunizieren und teilweise nicht einmal den Behörden melden. Entsprechend hoch ist die Dunkelziffer, zumal in den meisten Fällen nicht die ganze Ladung oder gar das Fahrzeug entwendet wird, sondern einzelne hochwertige oder gut weiterverkaufbare Waren.

Diebe schlagen nachts zu

Noch herrschen in Deutschland nicht Zustände wie teilweise in Südfrankreich, Italien oder Teilen Osteuropas. Dort ist der Frachtraub – also zusätzlich die Anwendung oder Androhung von Gewalt meist gegenüber dem Fahrer – an der Tagesordnung. In Deutschland schlagen die Diebe dagegen nachts auf dunklen Parkplätzen, Raststätten oder Autohöfen zu. Nicht zu unterschätzen: Immerhin ein Fünftel der Diebstähle passieren auf dem Betriebsgelände eines Logistikdienstleisters oder Verladers.

Dabei ließe sich mit überschaubarem Aufwand das Risiko von solchen Diebstählen merklich mindern. Bessere und durchgängige Beleuchtung der Parkplätze verbunden möglichst mit einer Videoüberwachung schreckt viele Kriminelle ab. Wenn LKW- und PKW-Stellflächen zudem baulich getrennt sind, fallen unbefugte Personen schneller auf.
Sicherere Stellplätze für LKW in Deutschland sind Tag für Tag und insbesondere Nacht für Nacht wichtig. Die vom Autohof-Verband Veda gestartete Aktion „Premium-Parkplatz“ zeigt den Bedarf. Die Autohof-Betreiber wurden durch Anweisungen der Spediteure an ihre Fahrer aufgeschreckt, bestimmte Anlagen in Deutschland wegen der Diebstahlgefahr nicht mehr anzufahren. So löblich die privatwirtschaftlich organisierte Aktion sein mag, die Politik darf nicht untätig bleiben.

Denn die Situation auf den deutschen Autobahnen ist eine andere: Insbesondere Parkplätze entlang der Haupttransitrouten sind nachts überfüllt. LKW müssen oft auf nicht dafür vorgesehenen Flächen parken. Solche sehr unübersichtliche Lagen machen es kriminellen Banden besonders leicht, auf Beutezug zu gehen. Gefordert ist hier die Politik. Sie muss zügig den Ausbau neuer, sicherer Parkplätze voranzutreiben. Seit Jahren prangern Transportunternehmer und Speditionen die zunehmenden Diebstähle an und weisen auf die Gefahr für Leib und Leben ihrer Fahrer hin. Passiert ist wenig bis nichts. Und die von der EU-Kommission geförderten Hochsicherheitsparkplätze werden kaum angenommen, denn die dort aufgerufen Preise lassen sich durch die meisten Frachtraten nicht abdecken.

Neue Gefahren durch Logistik 4.0

Nicht nur auf dunklen Parkplätzen lauern Gefahren. Zu oft haben Kriminelle leichtes Spiel, wenn sie Online-Frachtenbörsen für ihre Zwecke nutzen und Auftraggeber täuschen, um an hochwertige Ware zu kommen. Gerade angesichts der zunehmenden Bedeutung von solchen Plattformen durch die Vielzahl neuer Angebote wird es für Verlader und Spediteure immer schwerer, zu prüfen, ob eine Scheinfirma hinter einem Angebot steckt.

Vernetzte Waren- und Datenströme sind ein ideales Ziel für Cyber-Crime-Attacken. Hacker finden Daten über die Supply Chain wie auf einem Silbertablett präsentiert in den Plattformen. Dort abgegriffen und in falsche Hände geraten – ein Alptraum für Logistiker.

Algorithmen können helfen, digitale Lücken und Gefahren schnell zu erkennen. Dennoch kommt an einem eigenen Risikomanagement und durchgängigen Kontrollsystem niemand vorbei – auch Start-ups müssen hier firm sein. Auf der sicheren Seite sind vor allem die Auftraggeber, die wissen, welcher Transporteur oder sogar welcher Fahrer an der Rampe steht. Dafür muss er jedoch beim Beauftragen nicht nur auf den Preis schielen.

Sichere Parkplätze gefragt

Der Parkplatz ist von einem 3,2 m hohen Zaun aus Nato-Draht umgeben und hat am Eingang eine Schranke, er wird rund um die Uhr von Sicherheitspersonal und von 16 Kameras überwacht. Als erster deutscher Standort erfüllte der Autohof Uhrsleben an der Autobahn A2 nahe Magdeburg die Kriterien des im Frühjahr 2010 aufgelegten EU-Projekts Setpos und darf seine abgegrenzten LKW-Abstellflächen „Sicherheitsparkplatz“ nennen. Rund 50 LKW-Züge können hier zum Stundenpreis von derzeit 4 EUR beziehungsweise Tagespreis von 30 EUR parken; jedes Fahrzeug wird bei der Einfahrt registriert und plombiert. Mit den gleichen Dienstleistungen für 25 LKW wirbt der Autohof Park Wörnitz an der A7. Der Standort ist Mitglied der Tank-&-Rast-Gruppe und fordert 3,50 EUR pro Stunde oder 25 EUR pro Tag.

Beide Pioniere sind Einzelgänger geblieben. Weitere Sicherheitsparkplätze an den Autohöfen Holzland nahe dem Hermsdorfer Kreuz sowie Gau-Bickelheim nahe Mainz (A61) mussten schließen, weil der private Betreiber 2016 Insolvenz anmeldete. Auch in Belgien, Frankreich, Großbritannien und anderen Ländern wurden mit Setpos bislang nur einzelne LKW-Parkplätze ausgebaut.
Für Kritiker ist dies angesichts der hohen Preise – pro Nacht werden bis zu 100 EUR Parkgebühren verlangt – kein Wunder. „Die Logistikwirtschaft wünscht Sicherheit zu bezahlbaren Preisen für maximal 10 EUR zusätzlich in der Nacht“, zieht Herbert Quabach, Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Autohöfe (Veda), über Gespräche mit Kühne + Nagel und weiteren Speditionen Bilanz.
Auch Uhrsleben und Wörnitz haben das zu spüren bekommen und wiederholt die Preise gesenkt. Jetzt müssen sie sich gegen das neue Veda-Konzept „Premium Parkplatz“ behaupten. Standorte, welche 18 Sicherheitskriterien erfüllen, zeichnet der Verband mit diesem Zertifikat aus.

Einfache Lösungen sinnvoll

Der Bundesverband Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) hat sich mit der Veda-Lösung angefreundet. „Zur nachhaltigen Bekämpfung organisierter Kriminalität und zur Eindämmung von Gelegenheitsdelikten wie Treibstoffdiebstahl oder Planenschlitzen sind bereits einfache Sicherungsvorkehrungen sinnvoll“, sagt Adolf Zobel. Dazu zählt der stellvertretende BGL-Hauptgeschäftsführer Umzäunungen, Beleuchtungen und „nach Möglichkeit“ Videoüberwachung.

Einen Seitenhieb kann sich Zobel jedoch nicht verkneifen. „Die Schaffung von sicheren Parkplätzen darf nicht einfach privaten Investoren überlassen werden“, mahnt der Verbandschef. „Der Staat muss sich seiner Verpflichtung zur Daseinsvorsorge auch in diesem Punkt immer bewusst sein.“ Mit diesem Argument hat bislang das frühere Bundesunternehmen Tank & Rast Forderungen nach weiteren Sicherheitsparkplätzen abgewehrt.

An der Notwendigkeit des Veda-Vorstoßes besteht kein Zweifel. Über 1500 LKW-Ladungen werden offiziellen Statistiken zufolge jährlich in Deutschland gestohlen, hinzu kommen zahlreiche Dieseldiebstähle und andere kleinere Delikte. Nach dem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, das mit einem entführten LKW-Zug ausgeführt wurde, haben Forderungen nach sicheren LKW–Parkplätzen weiter Auftrieb erhalten.

Mit Premium-Parkplätzen beschäftigt sich der Veda seit rund einem Jahr. Im März 2016 zertifizierte er mit Theeßen (A2), Homburg-Efze (A6) und Bad Rappenau (A7) die ersten drei Standorte. Geschäftsführer Quabach räumt offen ein, dass Fahreranweisungen von großen Logistikunternehmen den Verband hellhörig gemacht haben. Viele Standorte, welche mit Frachtdiebstählen und anderen Vorkommnissen unangenehm aufgefallen sind, durften demnach nur für kurze Pausen im Rahmen der Lenk- und Ruhezeitenregelung angefahren werden. Auch kleinere Delikte wie Schlägereien zwischen LKW-Fahrern genügten dem Vernehmen nach für einen Eintrag in rote Listen.

Technik und gutes Konzept

Quabach legt Wert auf die Feststellung, dass die 70 Mitgliedsunternehmen das Thema LKW-Sicherheit auch vor 2016 ernst genommen haben. „Viele Autohof-Parkplätze wurden damals bereits rund um die Uhr beleuchtet und überwacht“, gibt der Verbandschef zu bedenken. Jetzt wirbt Veda mit einem „abgespeckten Setpos-Programm“: Gut einsehbare Parkplätze mit Beleuchtung und Videoüberwachung, welche durch Wälle oder Gräben vom PKW-Parkraum abgegrenzt sind. „Zäune und Schranken sind wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig“, sagt Quabach. Wichtig sind Zufahrtssperren für Transporter und leichte LKW, welche gern für den Abtransport von Diebesgut eingesetzt werden.

Auf ausdrücklichen Wunsch der Logistikwirtschaft werden alle LKW-Parkplätze eines Standorts und nicht nur abgegrenzte Bereiche als „Premium“ klassifiziert. „Andernfalls wären Fahrzeuge mit sensiblen Ladungen eindeutig zu identifizieren“, meint Quabach.

14 Veda-Mitglieder haben bislang Premium-Parkplätze, weitere sechs sollen im Laufe des Jahres eröffnet werden. Wenigstens 25 Standorte will der Verband zertifizieren. Ob dies für ein flächendeckendes Netz, das Großspeditionen wünschen, ausreicht, bleibt abzuwarten. Pro Standort sind Investitionen von rund 100.000 EUR fällig, welche mit bis zu 6 EUR höheren Parkgebühren pro Nacht eingefahren werden. Die Rechnung des Verbands scheint jedoch aufzugehen. Die zertifizierten Standorte melden bislang kaum einen Vorfall. Die Euro-Rastpark-Gruppe, das wohl größte Veda-Mitglied, hat 7 der 18 Standorte als „Premium-Parkplatz“ ausgewiesen. Dem Verband zufolge ist dort seither nur Dieseldiebstahl passiert.

BAG-Marktbericht: Ladungsdiebstähle auf hohem Niveau

Die Zahl der Ladungs- und LKW-Diebstähle bleibt auf einem hohen Niveau. Dies geht aus der Marktbeobachtung des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) hervor, die letzte Woche vorgelegt wurde. In Deutschland wurden 2015 bevorzugt Computer und Laptops, Baumaterial und Werkzeuge, Haushaltsgeräte und Möbel sowie Kleidung entwendet. Bei den meisten der gemeldeten Diebstähle handelt es sich laut BAG um Einbrüche, dabei dominiert das sogenannte Planenschlitzen. Aber auch das Unterschlagen von Ladung in Verbindung mit einer Täuschung des Auftraggebers nimmt zu. Innerhalb Deutschlands wurden 1605 LKW dauerhaft entwendet. Die Entwicklung beim Diebstahl kompletter Ladungsträger war in den Jahren 2006 bis 2015 eher schwankend mit einem Höhepunkt im Jahr 2009, als 2242 Fahrzeuge gestohlen wurden.

Tipp: DVZ-Konferenz „Sicherheit in der Logistik“

Organisierte Banden haben längst erkannt, dass Ladungsdiebstahl lukrativ ist. Trotzdem unterschätzen viele Unternehmen, aber auch Behörden die Gefahr. Auf der zweiten DVZ-Konferenz „Sicherheit in der Logistik“ am 25. April in Düsseldorf geht es nicht nur um Konzepte gegen Diebesbanden, sondern auch um digitale Risiken in der Supply Chain.
www.dvz.de/sicherheit2017

Quelle: dvz.de / Text: Sebastian Bollig (Redakteur für Straßengüterverkehr und nationale Spedition)
Foto: Laif/Photo Alto

Dieseldiebstähle häufen sich

DieseldiebstähleIn der Ortenau ist es innerhalb einer Woche an Autobahnparkplätzen zu Dieseldiebstählen gekommen. Rund 2.900 Liter wurden abgezapft – der Landesvervand Spedition und Logistik fordert mehr beleuchtete und überwachte Lkw-Parkplätze, auch an Bundesstraßen.

Lesen Sie mehr zum Dieselklau in der Regionalzeitung von Ortenau:
Dieseldiebstähle
(durch Klick vergrößern)

Das praxisnahe Sicherheitskonzept der Euro Rastparks für Lkw greift

Das praxisnahe Sicherheitskonzept der Euro Rastparks für Lkw greiftAuf den nach VEDA-Standards abgeschirmten und überwachten „Premium“-Parkplätzen der Autohof-Gruppe sinkt die Zahl der Fahrzeug-, Fracht- oder Kraftstoffdiebstähle deutlich.

Der Terroranschlag in Berlin mit einem geraubten Sattelzug hat die Öffentlichkeit auf erschütternde Weise dafür sensibilisiert, dass über die Sicherheit im Transportgewerbe nachgedacht werden muss.
Die Todesfahrt über einen Weihnachtsmarkt ist fraglos ein Extrembeispiel, doch mehr Schutz für Fahrer und Fracht scheint generell geboten. Zumal sich an Europas Autobahnen eine spezielle Form der Kriminalität breit macht: der Diebstahl wertvoller Lkw bzw. Ladung. Durchschnittlich eine Million Euro pro Arbeitstag bezahlen deutsche Versicherer allein für verschwundene Fracht. Hinzu kommen Sachschäden sowie nicht zuletzt die Gefährdung und Verunsicherung vieler Berufskraftfahrer.

„Der Effekt gibt uns recht“
Dieser teils organisierten Kriminalität setzen wichtige Mitglieder der VEDA (Vereinigung Deutscher Autohöfe e. V.) wie die Euro Rastpark-Gruppe (derzeit 18 Standorte) eine neue Sicherheitsstrategie entgegen: „Premium“-Parkplätze mit bezahlbarer Überwachungstechnik. „Seit dem Start dieser Initiative hat sich die Zahl der Übergriffe massiv verringert“, berichtet Johannes Witt, Geschäftsführer der Euro Rastpark GmbH & Co. KG (Regensburg) in einer ersten Zwischenbilanz. „Während zum Beispiel an unserem Autohof Theeßen an der Osteuropa-Route A 2 früher bis zu neun Delikte pro Woche von der Polizei erfasst wurden, geht seit der Umrüstung des Parkplatzes im April 2016 die Zahl der Delikte gegen Null.“ Ähnliche Trends zeigten sich an weiteren Euro Rastparks.

An diesen sieben Standorten haben die Regensburger Autohof-Entwickler bereits investiert: Achern (A 5), Guxhagen (A 7), Himmelkron (A 9), Schweitenkirchen (A 9), Theeßen (A 2), Waldlaubersheim (A 61) und Werneck (A 70).

In der Folge ist etwa am Euro Rastpark Schweitenkirchen an der stark frequentierten Autobahn München-Nürnberg kein einziger Diebstahlsversuch mehr aufgefallen. Witt: „Wir setzen nicht auf teure Bauten, sondern auf pragmatische, kurzfristig wirkende Aufklärungs- und Abschreckungsmaßnahmen wie beschrankte Zufahrten, optimale Beleuchtung und lückenlose Dokumentation aller Fahrzeug- oder Personen-Bewegungen. Und der Effekt gibt uns recht.“

Kein Kraftstoff-Diebstahl mehr
„Ich möchte die Premium-Plätze nicht mehr missen“, bestätigte Björn Lang, Betreiber des Autohofs in Achern, aus seiner täglichen Praxis gegenüber „baden online“. Es habe zuletzt keinen einzigen Fall von Kraftstoff-Diebstahl mehr gegeben. Der mittelständische Unternehmer: „Heutzutage ist die Straße das Lager.“ Permanent sei wertvolle Ware auf Achse. Irgendwann allerdings müssten die Fahrer zwangsläufig Pausen einlegen – und dann sei die Fracht potenziell gefährdet.
Während namhafte Logistiker vor „gefährlichen“ Routen lange nur warnen konnten, steuern sie nun aktiv „Premium“-Parkplätze an. „Manche Speditionen erstatten ihren Fahrern die Gebühr von vier Euro pro Tag zwar noch nicht, aber auch das wird sich ändern“, ist Witt überzeugt, „sobald sich die Einsicht durchsetzt, dass mehr Schutz und Komfort für Fahrer und Fracht zum Standard im Transportgewerbe gehören und auch die allgemeine Verkehrssicherheit deutlich erhöhen.“

Foto: Euro Rastpark GmbH & Co. KG

Fracht Diebstähle: ,,Geeignete Rastplätze schützen“.

Frachtdiebstähle nehmen zuEtwa 300 Millionen Euro kosten Lkw-Ladungsdiebstähle die deutschen Versicherer jährlich. Die durchschnittliche Schadenhöhe beträgt laut TAPA (Transported Asset Protection Association) etwa 100.000 Euro.

2015 nahmen Frachtdiebstähle im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Drittel zu. Dabei werden die Diebe technisch und logistisch immer versierter. Nachdem sich in der Vergangenheit vor allem Einzeltäter an den Waren zu schaffen gemacht haben, ist Ladungsdiebstahl mittlerweile zu einem lohnenswerten Geschäft organisierter Banden geworden.

Offene Grenzen und die Internationalität des Güterverkehrs tragen zusätzlich zur Gefährdung bei. Nicht nur hochpreisige Güter wie Smartphones oder Laptops sind Ziel der Diebe, sondern inzwischen auch Lebensmittel, Kosmetika, Autoteile, Metalle oder pharmazeutische Produkte – Güter, die sich auch wieder einfach absetzen lassen.

Lesen Sie hier den Artikel vom Berufskraftfahrer 11/2016.